1. Preis Realisierungswettbewerb 2001
2005-2009 | Dresden | Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement | LPH 2-8 | 8.781 m²
Das Grundstück der Palucca Schule Dresden mit dem langgestreckten Altbau am Basteiplatz ist eine Sonder-form im von Villenbauten geprägten Strehlen. Da das gesamte Baukörperensemble unter Denkmalschutz steht, wird auf einschneidende Eingriffe in die Substanz verzichtet und so ein sensibler Umgang mit dem Bestand ge-währleistet. Dazu wird im Anschluß an den langen Flügel des Altgebäudes an der Wiener Straße ein kompakter Baukörper gesetzt, der in Anlehnung an die Kleinteiligkeit der Villenbebauung in vier Einheiten gegliedert ist.
Zur einfacheren Orientierung auf dem Hochschulgelände mit seinen verschiedenen Gebäuden, werden die Hauptraumgruppen thematisch und baukörperlich zu Einheiten zusammengefasst. Dabei ergibt sich eine Schichtung des Hochschulgeländes in drei Zonen.
Zone I beinhaltet die beiden zur Tiergartenstrasse orientierten Villen nebst Gärten. Unter dem Hauptbegriff Geist werden hier die Raumgruppen Hochschulstudium Theorie und Übergeordnete Einrichtungen mit Bibliothek und Unterkünfte für die Gastdozenten zusammengefasst.
Zone II ist unter dem Begriff Bewegung einzuordnen. Dieser Bereich bildet die Hauptraumgruppe Hochschulstudium Tanz. Er beinhaltet die Physiotherapie und die Tanzsäle, die zum abgesenkten Außenbereich orientiert sind.
Zone III umfasst das Altgebäude am Basteiplatz und die Neubauten an der Wiener Strasse. Unter 'Arbeiten und Wohnen' sind hier Hochschulleitung, Verwaltung, Mensa und das neue Internat zusammengefasst.
So wie Lazlo Moholy-Nagy schreibt: Palucca verdichtet den Raum, sie gliedert ihn, ist auch der Neubau zu verstehen: zu einer kompakten Figur zusammengefasst, aber dennoch klar nach Funktionen gegliedert, die im direkten Bezug zum angrenzenden Altbau stehen und mit diesem funktional verschmelzen.
Ähnlich lässt sich das Palucca-Zitat: Präzision, Disziplin, Intensität und Phantasie auf den Entwurf anwenden. Präzision und Disziplin entsprechen der klaren Gliederung der in Beziehung stehenden Funktionsbereiche. Intensität erklärt die kompakte enge Anordnung der Räume.Der Entwurf schafft gerade im Bereich der Tanzausbildung durch die klare Anordnung der Säle neutrale Räume, die nicht von der Ausbildung ablenken, sondern im Sinne Paluccas eine Bühne für individuelle Kreativität schaffen. Die Säle lassen durch ihre architektonische Unaufdringlichkeit Raum für tänzerische Improvisation, da sie der Phantasie nichts vorgeben.
Schüler, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit können den künstlerischen Lernprozess verfolgen, da die interne Erschließungsachse und die zum Garten offenen Säle Einblicke erlauben.