VgV – Vergabeverfahren mit Zuschlag
in Planung | Landeshauptstadt Hannover
VgV – Vergabeverfahren mit Zuschlag
in Planung | Stadt Verl
BGF ca. 5.000 m²
mit hammerich landschaftsarchitektur Gartenplanung und FreiraumDesign, Neustadt am Rübenberge
STÄDTEBAU
Erweiterungsbau mit Potential eines neuen identitätsstiftenden Kopfbaus für den Schulstandort
Direkte Erreichbarkeit über öffentliche Verkehrsmittel (Haltestelle + Bahnhof) und Parkplatz
Selbstverständliche Anbindung an den Bestand in Erdgeschoss und Obergeschoss
Planungsziel: Situierung des Neubaus mit Erhalt möglichst vieler Bestandsbäume
Nutzung und Stärkung des grünen Potentials für Erholungsflächen mit hoher Aufenthaltsqualität
VgV – Vergabeverfahren mit Zuschlag
in Planung | Landkreis Schaumburg I LPH 1-8
BGF 5.700 m²
Die zweigeschossige Erweiterung der IGS Schaumburg wird auf dem freien Teil der Liegenschaft, dem derzeitigen Parkplatz an der Schachtstraße situiert und verbessert somit die derzeit sehr introvertierte Erschließungssituation des bestehenden Schulgebäudes. Die Präsenz im Straßenraum wird deutlich gestärkt und eine klare Adresse für den Oberstufentrakt ausgebildet. Mit Rücksichtnahme auf die städtebauliche Körnung der Umgebung, nimmt der Neubau Proportionen der Nachbargebäude auf und fügt sich als neuer Baustein harmonisch in das Schulensemble ein. Vor Ort vorgefundene Blickachsen zum bewaldeten Schulhof und Wegebeziehungen zum Gelände der Mittelstufe der IGS über den Krummen Bach werden gestärkt. Die derzeit verpachtete, landwirtschaftlich genutzte Grundstücksfläche wird für die Erweiterung nicht benötigt und steht als Pufferzone zur Wohnbebauung oder spätere Nutzungen weiterhin zur Verfügung.
In Analogie zu dem gestaltprägenden Duktus der vorgefundenen Bestandsfassaden, interpretiert der Neubau die Formensprache und überträgt diese auf einen Holzbau in Fachwerkbauweise mit deutlicher vertikaler Gliederung. Proportion und Anordnung der Fassadenkassetten der Aluminiumfassaden finden sich in den Ausfachungen aus vorvergrauter Thermoesche mit horizontaler Schuppung, in der neuen Fassaden wieder. Geschlossene und offene Fassadenbereiche reagieren auf die Umgebung und inszenieren Ausblicke in die Vegetation der Umgebung.
Innenräumlich findet die hellgraue Materialität der Außenfassade ihre Entsprechung. Sichtbare Stützen, abgehängte Decken aus grau eingefärbten Holzwolle-Leichtbauplatten und vorbergraute Holzfußböden bestimmen das Interieur. Trennwände aus zweischaligen, schallgedämmten, sichtschutzbedruckten Glaswänden zwischen den Unterrichtszonen transportieren Tageslicht bis tief ins Innere und schaffen ein attraktives Ambiente in der introvertierten Lernlandschaft. Die blaue Fassade des Altbaus des zweigeschossigen Gebäudeteil stellt ein epochentypisches Alleistellungsmerkmal der IGS Schaumburg dar und sollte als charakteristische Besonderheit unbedingt erhalten bleiben. Der gute Allgemeinzustand der Paneele sowie der dem Projekt zu Grunde gelegte Ansatz des ressourcenschonenden Bauens stützen diese Entscheidung.
Der projektierte Entwurf sieht eine Demontage und Reinigung der Fassadenplatten – ggf. vor Ort – die Erneuerung der Dämmung und den Austausch der Pfosten-Riegelfassade mit unzureichendem Dämmstandard sowie die Wiederverwertung der Paneele vor. Die Fassade des eingeschossigen Traktes mit Fassadenelementen aus Alu natur, muss voraussichtlich komplett erneuert werden. Eine Rekonstruktion in Form und Material der bestehenden Fassade wird im Sinne des Konzeptes vorgeschlagen. In diesem Zuge werden die Verschattungseinrichtungen beider Fassaden durch motorisch betriebene Screens erneuert. Die Dachflächen sämtlicher Gebäudeteile werden als extensive Gründächer vorgeschlagen, ab dem Dach des Obergeschosses in Kombination mit Photovoltaik.
VgV – Vergabeverfahren mit Zuschlag
in Planung I Stadt Oldenburg
BGF Neubau 8.700 m²
BGF Sanierung 5.000 m²
Im Spannungsfeld historisch gewachsener Strukturen des Schulzentrums Alexanderstraße in Oldenburg positionieren sich die baulichen Ergänzungen für die Oberschule als zwei-geschossiger und für das Gymnasium als dreigeschossiger Massivbauten mit Innenhof auf den jeweils vorgegebenen Bauteppichen. Die präzise äußere Gestalt der Neubauten nimmt zum einen die Gebäudetypologie der aneinander gereihten Gebäude mit Innenhöfen der Bestandsgebäude auf empfängt den Besucher aber mit einer wohltuenden Ruhe. In klarem Duktus präsentieren sich beide Erweiterungen als souveräne Baukörper, nehmen aber Rücksicht auf ihre unmittelbare Umgebung und fügen sich so mühelos in das Gesamtgefüge ein.
Die äußere Erscheinung der Neubauten ist geprägt durch Lochfassaden aus ortstypischem rotem Klinker mit hellen Fensterrahmen als entlehntes Thema der in der Umgebung vorgefundenen Materialität von Musiktrakt und Aula sowie der altstadttypischen Bebauung Oldenburgs. Die homogen wirkenden Fassaden markieren Anfang und Ende des Schulzentrums und unterstützen die gestalterisch beruhigende Wirkung in Hinblick auf die Heterogenität der Altbauten. Als Kontrast zu dem robusten Antritt des Gebäudeensembles, stehen die transparenten, großzügig verglasten Hoffassaden. Sie bieten einerseits eine gute natürliche Belichtung in das Gebäudeinnere, als auch Blickbezüge zwischen den einzelnen Unterrichts- und Aufenthaltsbereichen.
Die erdgeschossigen Neugliederungen sowie die Erweiterungsflächen mit Innenhöfen bieten die Chance neuer Außenraumbezüge. So erfährt der Mensahof auch aufgrund der Verlegung der Fahrradrampe eine Verkehrsberuhigung und erhält eine neue Außenbewirtungsfläche mit hoher Attraktivität auch vor dem Hintergrund zukünftiger Nachmittags- und Abend-Veranstaltungen in Zusammenhang mit dem musisch-künstlerischen Bereich der Oberschule. Das Erdgeschoss der ersten Erweiterungsstufe des Gymnasiums bindet zum einen die südlichen Parkplatzflächen und zum anderen den, den jüngeren Schülern vorbehaltenen, südlich gelegenen Schulgarten direkt an.
In diesem Kontext bilden die großzügig bemessenen Gangflächen in der Eingangsebene ausreichend dimensionierte Pausenflächen für Schlechtwettertage. Analog zu der auch außerschulisch denkbaren Nutzung im Bereich der Mensa kann über die neue Nebeneingangssituation eine externe Veranstaltung im musisch-künstlerischen Trakt angeboten werden. Die projektierten Maßnahmen der Erweiterungsgebäude eröffnen die Chance, im Sinne einer inneren und äußeren Neustrukturierung und Beruhigung der bestehenden sehr heterogenen Bebauungsstrukturen, die Funktionalität und Flexibilität sowie die Unterstützung des Lernens durch räumliche Strukturen zu einem hohen Grad mit einfachen, klaren Maßnahmen zu verbessern und beiden Schulformen einen zukunftsfähigen, identitätsstiftenden Ort des Lernens mit höchster Aufenthaltsqualität zu offerieren.
in Bauphase | Stadt Göttingen
BGF 3.700 m²
Das Otto-Hahn-Gymnasium liegt zentral im Nord-Westen der Göttinger Innenstadt und ist eine Ganztagsschule mit einer 5,5-Zügigkeit und wird zurzeit von ca. 1250 Schülerinnen und Schülern besucht. Aufgrund steigender Schülerzahlen und dem damit einhergehenden Platzbedarf, sowie dem Wegfall angemieteter externer Räumlichkeiten, ist die bauliche Erweiterung des Gymnasiums notwendig.
Zukünftig ist für das Otto-Hahn-Gymnasium eine 6-Zügigkeit mit ca. 1500 Schülerinnen und Schülern angedacht. Der 4-geschossige Neubau für das Otto-Hahn-Gymnasium, der im Norden an den Trakt D an das Bestandsgebäude anschließt, dient zur Unterbringung von allgemeinen Unterrichtsräumen (AUR) und einer Mensa mit Ausgabeküche. Außerdem können durch einen im Neubau positionierten Aufzug alle Ebenen des Bestandsgebäudes barrierefrei erschlossen werden.
Der Entwurf sieht in den oberen zwei Geschossen die allgemeinen Unterrichtsräume vor. Dem Lernkonzept der Schule entsprechend werden die Flure als offene Lernlandschaften ausgebildet. Aufweitungen bilden Lernzonen für individuelle Nutzungen. Es entstehen 11 AUR mit 64 m², 2 AUR mit 60 m² sowie zwei offene Lernzonen mit ca. 64 m² und weitere Lern- und Aufenthaltsbereiche als Aufweitungen der Bewegungsflächen. Der Bereich der Mensa, die im Sockelgeschoss untergebracht und zum neu gestalteten südlichen Schulhof orientiert ist, umfasst eine Fläche von 85 m² für die Ausgabeküche und 355 m² für den Speiseraum, der auch als Multifunktionsraum genutzt werde soll. Dem Speiseraum schließt sich ein Stuhllager mit 46 m² an, in dem auch das Lüftungsgerät für die Küche untergebracht ist.
in Bauphase I Stadt Hannover
Aufgrund der geforderten Rückführung aus der Außenstelle Grundschule Loccumer Straße in das Hauptgebäude an der Helmstedter Straße, ist eine Erweiterung der bestehenden Realschule erforderlich. Damit die geforderte 3-Zügigkeit gewährleistet ist, benötigt die Schule dringend zusätzliche Klassenräume.
Der im Süden anschließende, zweigeschossige Neubau beherbergt 12 Allgemeine Unterrichtsräume. Die Fachräume sind in einem dreigeschossigen Trakt westlich der Pausenhalle untergebracht. Der Haupteingang der Schule befindet sich an der Helmstedter Straße. Die Zufahrt und Parkmöglichkeiten können von der Klinkerfuesstraße erschlossen werden. Im Norden grenzt das Schulgrundstück an den Südschnellweg.
Da der Schulbetrieb über die gesamte Bauzeit in vollem Umfang gewährleistet sein muss, wurde eine Bauweise gewählt, die eine größtmögliche Vorfertigung und kurze Montagezeiten ermöglicht. Außerdem ist für die Anbindung an den Bestandsbau eine möglichst leichte Konstruktion zu wählen, um die maximale Auslastung der bestehenden Gründung nicht zu überlasten. Die Wahl der Konstruktion fiel daher auf eine Holzrahmenbauweise in Verbindung mit tragenden Brettsperrholzinnenwänden.
Die Fassade wird in Anlehnung an die Holzkonstruktionsweise mit einer Vorhangschale aus senkrechten Holzlamellen geplant. Die graue Oberfläche der Holzlamellen ist auf die vorhandene Farbigkeit des Bestands abgestimmt und gliedert sich in das Gebäudeensemble ein.
Bauzeit 2020-2024
Bauherr Leibniz Universität Hannover
LPH 1-8
BGF 700 m²
Das Gebäude 1105 wird als Produktionshalle inkl. Büros im Obergeschoss vom Institut für Produktentwicklung und Gerätebau (IPeG) der Leibniz Universität Hannover genutzt.
Für das Exzellenzcluster PhoenixD soll das Gebäude hergerichtet werden. Geplant sind Sanierungsmaßnahmen in allen Geschossen, die barrierefreie und brandschutztechnische Ertüchtigung des Gebäudes sowie der Bau einer optischen Versuchskabine in der Maschinenhalle des Gebäudes.
Die Versuchskabine wird als Holzkonstruktion bestehend aus Brettsperrholzbauteilen geplant.
Bauzeit 2020-2023
Bauherr Landeshauptstadt Hannover
LPH 1-9
NF 1.400 m²
Die Wiedereinführung des Abiturs nach 13 Jahren (G9) erfordert zusätzliche Räume am 3-zügigen Gymnasium Tellkampfschule, da in diesem Zuge das neue Standardraumprogramm (Gymnasien) umgesetzt wird. Der geplante Neubau soll diesen zusätzlichen Raumbedarf decken. Im Neubau werden die Fachunterrichtsräume der Biologie, die GE-Küche (Förderbedarf Geistige Entwicklung), die Schülerbibliothek, 8 Allgemeine Unterrichtsräume und 2 Differenzierungsräume untergebracht.
Die Anlage der Tellkampfschule aus dem Jahr 1956 steht unter Denkmalschutz und ist geprägt von Einzelbaukörpern, die als Solitäre oder Gebäuderiegel frei in der Landschaft stehen. Verbunden werden diese Gebäude nur durch untergeordnete, teils offene Gänge.
Der Neubau wird östlich der Aula / Sporthalle situiert und analog zum Bestand über einen offenen, überdachten Verbindungsgang an die Bestandsgebäude angeschlossen.
1. Preis Realisierungswettbewerb 2012
Bauphase 2016-2019
Bauherr SIG Stadt Salzburg Immobilien GmbH
LHP 2-8
NF 7.000 m²
Neubau eines Bildungscampus mit 4-zügiger Volksschule, Kindergarten, Mehrzweckhalle, Produktionsküche mit Speiseraum sowie Vereinsräumlichkeiten. Um die Fläche des Parkraums zu maximieren, wird die Baumasse des Schulgebäudes am östlichen Rand des Grundstückes konzentriert. Dadurch entsteht ein ausgewogenes Pendant zur prägnanten, historischen Baumgruppe im Westen. Den Straßenraum an der Minnesheimer Straße fassend, entwickelt er seine eigene Sprache, um mit der Umgebung zu kommunizieren. Baukörperliche Einschnitte und eingeschobene, gerahmte Räume, deutlich ablesbar in der sonst eher homogenen Gebäudehülle reagieren auf Maßstäblichkeit und städtebauliche „Körnung“ der Umgebungsbebauung. Sie ziehen die Parklandschaft in das Innere und setzen sie in Szene, gleichwohl geben sie Einblicke in das schulische Leben.Durch Ausnutzung der topographischen Lage spannt sich zwischen der unter den Hang geschobenen Sporthalle und dem Schulgebäude der Pausenhof auf, der durch seine landschaftliche Bearbeitung und durch Setzung von Bäumen Motive des Parks auf besondere Weise weiterführt.Die Lesetreppe bildet neben ihrer Primärfunktion das Kommunikations-Herzstück der Schule. Das offene und flexible Prinzip der Lernlandschaft wird in den Obergeschossen fortgeführt. Über Schiebetüren und bewegliche Materialboxen können unterschiedlichste, schnell zu verändernde Raum- und Lernkonstellationen generiert werden.Die in der Fassade als Rahmen sichtbare, eingeschobene Sonderräume bilden in den Innenraum wirkende besonders introvertierte Orte für konzentriertes Arbeiten.Sichtbetonfertigteile gliedern den horizontal geschichteten Baukörper. Die dazwischenliegenden gläsernen Fassaden sind geprägt durch unterschiedlich gelochte und geknickte, eloxierte Alublechen, welche als changierender Vorhang wirken und abends die Schule glitzern lassen. Die mit hell lasiertem Lärchenholz gerahmten, großflächig verglasten Sonderräume treten -Schaufenstern gleich-mit der Umgebung in interaktiven Dialog.
1. Preis EU-weiter Realisierungswettbewerb
Bauherr BIG Bundesimmobilien-Gesellschaft mbH
Bauzeit 2006-2015
LPH 2-8
NF 22.500 m²
Im November 2005 wurde in Salzburg der Wettbewerb zum Projekt „Uni-Park Nonntal“ entschieden . Der 1. Preis ging an SEP. Die Universität Salzburg plant ein neues Gebäude für den größten Teil der kultur- und gesellschaftswissenschaftlichen Fakultät.
Das neue Universitätsgebäude sollte als größtes Bauobjekt des Gesamtprojekts „Uni-Park Nonntal“ über rund 17ooo Quadratmeter Nutzfläche verfügen, in denen die Fachbereiche Anglistik, Erziehungswissenschaft und Kultursoziologie, Germanistik, Linguistik, Romanistik, Slawistik sowie Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft untergebracht werden. Über 30 Millionen EURO sind für die Baumaßnahme vorgesehen. „Das Projekt zeichnet sich durch eine innovative Lösung der grundsätzlichen Herausforderung zwischen der gewünschten funktionalen Kompaktheit und der Durchlässigkeit von Stadt zum Grünraum aus“, begründete die Jury ihren Beschluss.
STÄDTEBAU
Anspruchsvoller Solitär, wie er dem Range einer Universität zusteht. Kompakt und doch durchlässig, Bindeglied zwischen Stadt und Landschaft. Knotenpunkt – Kommunikation – im Geflecht der angrenzenden Räume und Wege. Schnittpunkt der Aktivitäten – „Schulen nebenan“, Bibliothek, Kongresszentrum, Fachbereiche, Sport, Flanieren. Der Campus, ein bauliches Konzentrat ganz und gar eigenen Charakters, in das die Stadträume im Norden und Westen, der Landschaftsraum im Süden hineinwirken und das umgekehrt in diese Räume hinein – sie prägend – ausstrahlt.
Mit den Außenräumen zusammen ein aufs äußerste verdichteter Ort – ein universitärer Gesamtstandort.
KONZEPT
Offenheit – direkte, unabhängige Zugänge zu allen Bereichen, Bibliothek, Kongresszentrum, Fachbereiche – Einblicke, Kontakte. Ruhe – bei Bedarf ungestörte Abgeschlossenheit aller Bereiche, konzentriertes Arbeiten. Verknüpfung im Großen und im Kleinen. Erstens: Bereichsübergreifend durch Vertikalknoten - öffentlich durch Hauptstiegenhaus - intern durch (Flucht) Nebenstiegenhäuser. Zweitens: Zwischen den Fachbereichen durch enge Nachbarschaft und durch entsprechend direkte Verbindungen. Drittens: Gangbereiche und Arbeitsräume stehen in Sichtkontakt, um das Klima einer offenen, durchlässigen Universität zu erzeugen. Die einem Kernbüro vorgeschalteten Übergangsbereiche, die den direkten Kontakt von Lehrenden und Studierenden fördern sollten, sind auf Wunsch der Universität aufgegeben worden. Flexibilität – flächig angeordnete Fachbereiche, Grenzverschiebungen leicht möglich.
Inszenierung – Stadtpanorama, Nonnkloster, Festung Hohensalzburg, Alpen – der Blick vom Dachgarten, unvergleichlich. Typische Bilder in abgestuften Maßstäben: Das Bauwerk als Ganzes. Der Campus mit den angrenzenden Freiräumen. Die Licht-Kunst-Räume der Gebäudeausschnitte. Der Einblick in Foyer und Bibliothek. Ein Gesamteindruck, der im Gedächtnis haften bleibt. Die Erweiterungen in Form zweier erratischer Blöcke. Für die Bibliothek – mit unterirdischer Verbindung .Für die Fachbereiche – erreichbar vom Campus aus. Jetziges Bistro (wird in der Erweiterung neu geschaffen) wird zum großzügigen Zugangsbereich mit unterirdischer Gangverbindung. Zur Zeit wird eine horizontale Erweiterung der Garage nach Süden erwogen. Es wurde vorgeschlagen, deren Konstruktion von vornherein zu ertüchtigen, sodass sie die Last einer späteren Bibliothekserweiterung aufnehmen kann.
FREIANLAGEN
Stärkung des architektonischen Konzepts durch Heranführen der städtischen Räume im Norden und Westen an den Campus – steinerne Flächen als Bindeglied zur Josef-Preis-Allee, zum Karl-Weiser-Platz und zur Erzabt – Klotz - Straße. Übergang des Campus in den südlichen Grünraum – Verschränkung durch Mischung von Stein- mit Rasenstreifen. Aufwerten des Grünraumes im Süden zu einem wichtigen Übergangsort in die Landschaft des Nonntals. Einbinden der Berchtoldvilla in das städtebauliche Gesamtkonzept – Freianlagen der Villa und der Uni als ein Ganzes mit dem See als Mitte– universitärer Gesamtstandort. Die betr. Planung dazu ist von der Stadt Salzburg beauftragt worden. Fassende und belebende „Baumkörper“ auf den vorgelagerten städtischen Plätzen. Ausgestaltung der Lichtkunsträume zu belebenden „inneren“ Freiräumen unterschiedlicher Charakteristik (s. Beschreibung Fassaden).Gestaltung des Dachgartens als einem akzentuiert begrünten, großzügigen und einladenden Aufenthaltsbereich für Pause und Freizeit – überwältigende Aussicht.
1. Preis Realisierungswettbewerb 2001
2005-2009 | Dresden | Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement | LPH 2-8 | 8.781 m²
Das Grundstück der Palucca Schule Dresden mit dem langgestreckten Altbau am Basteiplatz ist eine Sonder-form im von Villenbauten geprägten Strehlen. Da das gesamte Baukörperensemble unter Denkmalschutz steht, wird auf einschneidende Eingriffe in die Substanz verzichtet und so ein sensibler Umgang mit dem Bestand ge-währleistet. Dazu wird im Anschluß an den langen Flügel des Altgebäudes an der Wiener Straße ein kompakter Baukörper gesetzt, der in Anlehnung an die Kleinteiligkeit der Villenbebauung in vier Einheiten gegliedert ist.
Zur einfacheren Orientierung auf dem Hochschulgelände mit seinen verschiedenen Gebäuden, werden die Hauptraumgruppen thematisch und baukörperlich zu Einheiten zusammengefasst. Dabei ergibt sich eine Schichtung des Hochschulgeländes in drei Zonen.
Zone I beinhaltet die beiden zur Tiergartenstrasse orientierten Villen nebst Gärten. Unter dem Hauptbegriff Geist werden hier die Raumgruppen Hochschulstudium Theorie und Übergeordnete Einrichtungen mit Bibliothek und Unterkünfte für die Gastdozenten zusammengefasst.
Zone II ist unter dem Begriff Bewegung einzuordnen. Dieser Bereich bildet die Hauptraumgruppe Hochschulstudium Tanz. Er beinhaltet die Physiotherapie und die Tanzsäle, die zum abgesenkten Außenbereich orientiert sind.
Zone III umfasst das Altgebäude am Basteiplatz und die Neubauten an der Wiener Strasse. Unter 'Arbeiten und Wohnen' sind hier Hochschulleitung, Verwaltung, Mensa und das neue Internat zusammengefasst.
So wie Lazlo Moholy-Nagy schreibt: Palucca verdichtet den Raum, sie gliedert ihn, ist auch der Neubau zu verstehen: zu einer kompakten Figur zusammengefasst, aber dennoch klar nach Funktionen gegliedert, die im direkten Bezug zum angrenzenden Altbau stehen und mit diesem funktional verschmelzen.
Ähnlich lässt sich das Palucca-Zitat: Präzision, Disziplin, Intensität und Phantasie auf den Entwurf anwenden. Präzision und Disziplin entsprechen der klaren Gliederung der in Beziehung stehenden Funktionsbereiche. Intensität erklärt die kompakte enge Anordnung der Räume.Der Entwurf schafft gerade im Bereich der Tanzausbildung durch die klare Anordnung der Säle neutrale Räume, die nicht von der Ausbildung ablenken, sondern im Sinne Paluccas eine Bühne für individuelle Kreativität schaffen. Die Säle lassen durch ihre architektonische Unaufdringlichkeit Raum für tänzerische Improvisation, da sie der Phantasie nichts vorgeben.
Schüler, Studenten und die interessierte Öffentlichkeit können den künstlerischen Lernprozess verfolgen, da die interne Erschließungsachse und die zum Garten offenen Säle Einblicke erlauben.
1.Preis Realisierungswettbewerb 1979
Bauherr: Stadt Lüdenscheid
Planung/Bauzeit: 1984 - 1989
LPH: 2-8
BGF: 3.300 m²
Bausumme: 7,2 Mio Euro
Umbau des Altbaus und Erweiterungsbau sollen gemeinsam als Ganzes funktionieren. Es gilt deshalb, beide miteinander in Beziehung zu setzen.Das hier verwendete Mittel dazu ist,mit Bauten oder Räumen wenige Blickfänge zu geben, also Dominanten zu setzen. Für das äussere Erscheinungsbild kann diese Rolle dem alten Büchereigebäude zufallen. Weil die Platzseite durch die Wiederbelebung der Altstadt die wesentliche sein wird, soll hier der Haupteingang liegen. Für den Erweiterungsbau ergibt sich von selbst, ihn äusserlich zurückhaltend zu gestalten und ihn sehr bedachtsam in das Bestehende einzufügen. Im Zentrum des Gebäudes entsteht eine Art Markt. Er prägt das Innere der Bücherei. Infolge seines Glasdaches von Licht durchflutet, dient er den „Regalebenen“ als Lichtquelle.
1.Preis Realisierungswettbewerb
Bauherr: BBZ des Einzelhandels in Sachsen-Anhalt
Planung/Bauzeit: 1995 - 1998
BGF: 2.900 m²
Bausumme: 5,1 Mio Euro
Das Grundstück liegt am nördlichen Dorfrand und bietet besonders schöne Fernblicke auf die freie Landschaft bis hin zum Brocken: Im Westen grenzt es an einen Friedhof, der durch hohen Baumbestand charakterisiert ist. Im Osten liegt teils Wiesengelände, teils wird die Grundstücksgrenze durch die Sportbauten der Schule besetzt. Im Norden grenzt die offene Feldlandschaft an.
Der Entwurf geht auf diese Charakteristik ein, indem alle wesentlichen Räume Aussicht in die Ferne und auf den Waldrand erhalten. Dabei wären die Internatzimmer und der Unterrichts- bzw. Freizeitbereich besonders hervorzuheben. Der bauliche Maßstab des Dorfes sowie die exponierte Lage am Siedlungsrand im Übergang zur freien Landschaft verbieten große Gebäudehöhen. Deshalb beschränkt sich der Neubau auf zwei Geschosse. Daraus ergibt sich eine relativ unkomplizierte Bautechnik.
Das Erscheinungsbild soll Holz bestimmen; sowohl für Tragglieder als für Wandverkleidungen verwendet. Evtl. ergänzt durch Wände oder Stützen aus Sichtbeton, wo es konstruktiv nahe liegt. Die Aufgabe des Gebäudes als Gemeinschaftseinrichtung legt nahe, das Element der Gemeinsamkeit bauliche Gestalt werden zu lassen.
Das geschieht dadurch, daß die Anlage einen grünen Hof als gemeinsame Mitte umfaßt. Während die Konzentration bei der Arbeit durch die Ausrichtung der Räume zur ruhigen Außenseite unterstützt wird, fördert die Lage der Zugänge am Hof gesellige Gemeinsamkeit.
1.Preis Realisierungswettbewerb 1990
Bauherr: Kulturstiftung Leipzig
Planung: 1990 - 1991
Bauzeit: 1992 - 1994
LPH: 1- 8 LPH
BGF: 1.300 m²
Bausumme: 7,2 Mio EUR
Als wir im Jahr 1990 die Alte Nikolaischule, kurz nach der Wende, zum ersten Mal betraten, stand sie unbenutzt. Sie war wegen Baufälligkeit gesperrt. Rückfront und Treppenhaus fehlten. Vom Glanz der ältesten Bürgerschule Deutschlands, gegründet 1512, war nichts geblieben.
Doch seine Würde hatte sie nicht eingebüsst. Die Kulturstiftung Leipzig hatte sich dieses geschichtsträchtigen, bedeutenden Bauwerks am Nikolaikirchhof, im Zentrum des alten Leipzig, angenommen. Das Gebäude sollte zu einem kulturellen Anziehungspunkt werden. Ein Kulturcafe im Erdgeschoss als Treffpunkt geistig und kulturell interessierter Bürger. Eine Gerätesammlung der Universität, schliesslich im Keller situiert. Die Antikensammlung fand im 1. Obergeschoss ihr Domizil.Darüber ein Geschoss mit Vortrags- und Studienräumen, in dem die in Grundzügen erhaltene Aula die Hauptrolle übernehmen sollte.
Das Dach war für die Sächsische Akademie der Wissenschaften gedacht. Der grosse Raum im EG des mittleren Hauses entpuppte sich als das Auditorium der Schule. Über der Eingangshalle findet man eine bemalte Holzdecke aus der Renaissance. In den Obergeschossen farbig gefasste Putzfelder. Doch es sind Ausschnitte nur aus den Perioden der Geschichte, ergeben kein zusammenhängendes Bild. Zuviel war an dem Bauwerk im Laufe der Zeiten verändert worden. Wir sehen also keinen Grund, uns von unserem Konzept abbringen zu lassen. Das bestand darin, Alt und Neu miteinander zu verschränken. Wir nahmen uns vor, zwischen beiden Kontraste aufzubauen und Spannung zu erzeugen. Spannung, um sie miteinander zu verschmelzen und ein Eigenes entstehen zu lassen.
Das Alte sollte nicht restauriert werden, wo es sowieso zerstört war, sondern neues Leben sollte es erfülen. Inzwischen wirken auch politische Veränderungen auf das Bauvorhaben ein. Die sich langsam formierende Stadtplanung hatte einen Innenhof auf dem Areal des Nachbarn gefordert. Wir nahmen ihn als willkommende Lichtquelle für das Treppenhaus. Aber die Rückgabe alten Eigentums wird verfügt. Den Nachbarn gibt es nicht mehr. Neu zu verhandeln ist nicht möglich. Der neue Nachbar –der alte Eigentümer- ist nämlich noch nicht existent. Kein Lichthof mehr sondern eine Bandwand. Damit ein ungekannter Nachbar anbauen kann, wie das Gesetz es verlangt. Widerstände fordern heraus. Ein Lichthof entsteht doch, zugleich aber als Treppenhaus. Tageslicht von oben. Ein steiler moderner Raum wird gegen die gelagerten, historischen gesetzt. Zierliche Treppen aus Stahl stehen gegen die behäbige Schwere des Steins.
Beton gegen Mauerwerk und Putz. Ein grossformatiges Fachwerk aus Beton erinnert an die weggebrochene Rückwand und dient dem alten Dachstuhl als Stütze.Grenze zwischen Alt und Neu, doch Bindeglied vermittels ihrer Öffnungen. Der Gedanke, den Gegensatz von masiver, geschlossener Wand und offenem Betonraster mit anderen Mitteln in die Dachzone fortzusetzen, führen dazu, beide Seiten des Glasdaches unterschiedlich auszubilden: Stählerne Kragarme mit enger Sprossenstellung und mattem Drahtglas als Fortsetzung der Wand zum Nachbarn. Zum Altbau jedoch grossformatige Klarglasscheiben, punktförmig gehalten, den Blick auf das historische Dach freigebend. Für das gesamte Gebäude wurde ein einheitlicher Deckenfluter entwickelt, dessen gelochter Edlstahlschirm zusätzlich zur Hauptstrahlrichtung ein weiches, direktes Streulicht nach unten ermöglicht.
Bauherr: Landkreis Cloppenburg
Planung/Bauzeit: 1980 - 1984
BGF: 9.650 m²
Bausumme: 8,1 Mio Euro
Erläuterungen
Den Komplex aus vielen einzeln erkennbaren Häusern zusammenzusetzen, auch wenn sie auf dem relativ knappen Gelände dicht beieinanderstehen müssen, entspringt der Beobachtung, dass ländliche Bebauung traditionell aus relativ eng zusammenstehenden und dabei durchaus nicht kleinen Gebäuden besteht. Als Bindeglied zwischen dem alten 1. Bauabschnitt und dem Neuen dient das Forum. Ganz wesentlich war, die Nachteile des Gesamtschultypus zu vermeiden, nämlich die großen zusammenhängenden, beliebig aufteilbaren Grundrißflächen, die eine räumliche Differenzierung durch Formen- und Höhenwechsel innerhalb der Unterrichtsbereiche nicht zulassen. In der neuen Berufsschule hat denn jeder Bereich die ihm typischen Raumformen, die von dem übergeordneten Formenprinzip der Häuser mit geneigten Dächern und einer durch Fenster belichtbaren Haustiefe im Ganzen bestimmt werden.
1.Preis Realisierungswettbewerb
Bauherr: Landkreis Gifhorn
Planung/Bauzeit: 1975 - 1977
BGF: 4.300 m²
Bausumme: 3,6 Mio Euro
Erläuterungen
"Die typische Landschaft der norddeutschen Tiefebene zwischen Harz und Heide, nämlich weite, ebene Wiesen, deren Entwässerungsgräben Baumgruppen folgen, die sich wie durchsichtige Kulissen hinter- und nebeneinander schieben, das Gesichtsfeld begrenzt durch kleine Waldstücke und zwischen Baum- und Strauchwerk hindurchschimmernde Ziegeldächer der Ortschaften, bestimmen auch den Charakter des Schulgrundstücks.
Diese Landschaft ist sehr empfindlich gegen äußere Eingriffe. Kubische Bauten städtischer Prägung mit starken Helligkeitskontrasten zerstören die Einheit dieses Landschaftsbildes." Daher entschlossen wir uns, Bauformen für die Schule zu übernehmen, die hier beheimatet sind: hausartige Einheiten, geneigte Dächer, die sie als selbständige Abschnitte ablesbar machen. Die Baugruppe lehnt sich an eine vorhandene Hügel- und Waldkante an, mit der sie durch Ergänzungspflanzungen auf der Nordseite verbunden wird. In der Gestaltung der Einzelheiten wurde neben der Wahl möglichst natürlich erscheinender Baustoffe drauf Wert gelegt, baukonstruktive Zusammenhänge sichtbar und begreifbar zu machen.
Beispielsweise zeigen außenstehende Holzstützen, Pfetten und Sparren Tragen und Lasten der Holzkonstruktion. Außen und Innen sind nicht nur durch eine körperlose dünne Glashaut abgetrennt, sondern durch die diaphane Räumlichkeit von Fassadenelement, Konstruktion und Dach entsteht eine Übergangszone, die die Außenwelt gewissermaßen auf Distanz hält und so die Schutzfunktion vermittelt.