Freiwillige Feuerwehr Arheilgen in Darmstadt
Nichtoffener Wettbewerb
STÄDTEBAU
Die Betonung des Ost West verlaufenden Bachtales Silz und Mühlbach gegenüber der Feldlandschaft bietet die Chance, das Spannungsverhältnis zwischen Stadt und Landschaft / Ökologie neu wahrnehmbar zu machen. Das entstehende Stadt-Tor nach Süden öffnet und inszeniert den Blick auf die neue Feuerwache und die gegenüberliegende Straßenbahnhaltestelle.
Diese bilden gemeinsam den Stadteingang. Soweit möglich sollte eine Allee entlang der Frankfurter Landstraße in die Stadt führen. Wünschenswert wäre, den Mühlbach östlich der Feuerwache zu renaturieren. Der Neubau der Freiwilligen Feuerwehr Darmstadt Arheilgen gliedert durch eine S-förmige Grundrissstruktur das Grundstück in die Bereiche, Alarm und Übung. Der Kopfbau mit der Adresse an der Frankfurter Landstraße wendet sich in einer offenen Geste als ein angemessenes Entree des Stadtteils zum Ortseingang. In ähnlicher Form orientiert sich der Übungs- und Freizeithof zur Landschaft. Die Situierung des zweigeschossigen Baus innerhalb des Baufeldes bietet den gewünschten Sicht- und Lärmschutz in Hinblick auf die Wohnbebauung in direkter Nachbarschaft. Die Gebäudekomposition wird in selbstverständlicher Art durch in die umrahmende Mauer integrierte Nebenfunktionen, wie Übungsturm und überdachte Freizeitfläche ergänzt, kann mit den Erweiterungsoptionen Schlauchpflege und 2. Fahrzeughalle komplettiert werden und bildet einen neuen Identifikationspunkt für die Bevölkerung Arheilgens.
Präzise gesetzte Öffnungen in Mauer und Gebäude bieten Einblicke in den Feuerwehralltag und Ausblicke für die ehrenamtlichen Mitglieder der Feuerwehr in den angrenzenden Landschaftsraum. Den Haupteingang bildet ein markant gestalteter und gut sichtbarer Eingangsbereich an der Frankfurter Landstraße, welcher in ein großzügiges Foyer mündet. Das Herzstück – die Fahrzeughalle – erhält ein Rückgrat aus dienenden Funktionen übereinandergestapelt auf zwei Ebenen. Über einen verglasten Gang von der Halle getrennt aber dennoch mit der Möglichkeit der Einsehbarkeit von Halle und Übungshof spannt sich eine Bürospange oberhalb von Lagern und Nebenräumen auf. Übungsraum, Jugendfeuerwehrgruppenraum und Bereitschaftraum erhalten großflächige Verglasungen mit Blick auf den Ruthsenbach.
4. Preis Nichtoffener Wettbewerb
mit lad+ landschaftsarchitektur diekmann
STÄDTEBAU
Das neue Gebäude für die Feuer- und Rettungswache - ein Solitär - eingebettet in das als Landschaft interpretierte Areal des ehemaligen Bahngeländes.
- Kreative Intervention als Initialzündung zur Verdichtung der Stadt- Urbanität
- Ausbildung eines städtischen Platzes als neues Entreé in die Nordstadt
- Fassung der stadträumlichen Kanten an Weidendamm und Kopernikusstrasse
- Puffer zwischen Bahn und Wohnbebauung (Schall- und Sichtschutz)
- Unterstützung der Platzraumfassung durch die besondere Ausbildung des Baukörpers
- „Besetzung“ der Ecksituation, dynamische Differenzierung des Solitärs als Betonung am Platz
- Neigung der Gebäudeoberkante Richtung Süden als räumliche Reaktion auf die besondere Situation des Hochbunkers- Stärkung der Platzraumwirkung
Entwurf einer Überdachung und eines Servicegebäudes
3. Preis Realisierungswettbewerb
mit WES LandschaftsArchitektur
KONZEPT
Ein Dach, das wie eine Wolke zu schweben scheint und schon dadurch zur Attraktion wird. Ein auffallendes Bild, das den Blick auf sich zieht und inmitten der Heterogenität des Ortes einen Identität stiftenden Höhepunkt schafft.
Helle, transluzente Folienkissen hüllen die Stahlkonstruktion ein. Das Tragende bleibt also unsichtbar, wodurch der Eindruck von Schwerelosigkeit entsteht. Auch bei Nacht, denn von innen angestrahlt, präsentiert sich das Dach wie ein leuchtender Himmels-körper. Nebenbei bemerkt, wurde in Verkehrsbauten mit großen lichtaktiven Flächen ein Rückgang von Vandalismus und Kriminalität beobachtet.Sowohl bei Tag (Sonne) als auch bei Nacht (Leuchten) wird das Tragwerk als ein diffuses Schattenwerk auf die äußeren Folien projiziert, das dem Dachkörper ein natürliches Maß an Struktur und Festigkeit verleiht. Die hell bedruckten Fassaden des Servicegebäudes, sowie die aus hellem, hochglänzenden Kunststoff gedachte Möblierung wird als ein dem Boden verhaftetes Interieur der Stadtlandschaft wahrgenommen, von der sich das Dach wie eine Wolke schwebend löst. Seine Höhe eröffnet Blick-beziehungen zwischen ZOB und Bahnhof, die den thematischen Zusammenhang der beiden Einrichtungen erleben lassen.
Außerdem sorgt sie dafür, dass die Auspuffgase der Busse ungehindert abziehen. Das Tragende, das die Form bestimmende Raumfachwerk erklärt sich dem Auge nicht, weil nicht sichtbar. Die dadurch eintretende Wirkung der Schwerelosigkeit wird durch die Schrägstellung der Stützen unterstützt. Die große Konstruktionshöhe (Max. 5,0 m) erlaubt, das Raumfachwerk (Rastermaß 3,0 x 3,0 m) extrem leicht zu halten. Es wird auf der Baustelle aus vorgefertigten Elementen mit Steckverbindungen zusammengesetzt, als Ganzes mit Mobilkränen in Position gehoben und auf Rüsttürmen abgesetzt. Darauf folgt die Montage der Stützen, deren Schrägstellung die seitliche Stabilisierung des Daches bewirkt. Als obere und untere Oberfläche der Wolke dienen zweilagig konfektionierte, luftgestützte ETFE – Folienkissen, diagonal über die ganze Breite der Konstruktion verlaufend. Außen weiße, semitransparente, innen klare Folien. Lichtausbeute mit 60% ausreichend für Bepflanzung. Die Bemessung des Stützdruckes richtet sich nach der anzunehmenden Belastung durch Schnee oder Wind (200 bis 800 Pa).
Die Folien sind hydrophob, d.h. selbstreinigend (Tefloneffekt). Keine Zerstörung durch Hagelschlag möglich. Evtl. zusätzliche Seilnetzverstärkung in flacheren Randbereichen. Drähte zur Vogelvergrämung über den Halteprofilen der Kissen. Die Folien selbst werden von Vögeln strikt gemieden. Die Kanten der Wolke werden aus Makro-lon-Formstücken montiert, deren Oberfläche so beschaffen ist, dass sie sich von den Folien nicht unterscheidet. Innerhalb der Dachkonstruktion verläuft ein Laufsteg, von dem aus die Pneumatik der Kissen und die Beleuchtung beobachtet und jährlich gewartet werden. Das Regenwasser wird in einer überdimen-sionierten Dachrinne (Heizkabel) aufgefangen, über einen Sammler in die innerhalb der Stützen liegenden Fallrohre geleitet und in einer Zisterne gesammelt (Reinigung, WC-Spülung).